Lasercutter auf Wanderschaft

Die Firma Hagemann stellte auf Initiative der  anstiftung dem Verbund Offener Werkstätten e.V. für ein Jahr einen Lasercutter zur freien Nutzung zur Verfügung. Hier die Erfahrungsberichte!

Meine Erfahrungen mit dem Lasercutter

Das FabLab München hat den baugleichen Lasercutter mit Unterstützung der anstiftung dauerhaft zur Verfügung. Im Mai nahm ich dort endlich an einem Einführungs-Workshop teil. Ich war beeindruckt, wie wenig Fähigkeiten dafür notwendig sind und wie schnell man wirklich gute Ergebnisse erzielt – Voraussetzung sind gute Vorlagen und dafür der geübte Umgang mit einer Vector-basierten Software wie Inscape oder Illustrator.

Einige Möglichkeiten des Lasercutters hatte ich bereits auf der MakeMunich sehen können, auf der das FabLab Workshops anbot. Aber erst der Besuch und das Gespräch mit dem Stoffdeck in Hamburg hat mich total heiß auf die Möglichkeiten gemacht: sah ich bis jetzt hauptsächlich Männer an dem Gerät, eröffnete mir Charlotte vom Stoffdeck ganz "weibliche"  Bereiche, nämlich mit den Materialien Stoff und Filz. Eine Recherche bei Pinterest zeigte unendlich viele atemberaubende Beispiele.

An dem Abend waren wir fünf TeilnehmerInnen, von denen drei intensiv am Gerät gearbeitet haben. Nach einer grundlegenden theoretischen Einführung und praktischen Einweisung konnten wir sofort unsere eigenen Vorlagen in Holz, Acryl bzw. Metall umsetzen. Alle drei waren wir mit unseren Werkstücken sehr zufrieden und sind extrem motiviert, weiterzumachen.

Der Lasercutter

Der Lasercutter sieht aus wie ein Kopiergerät. Das Material, was gelasert werden soll, wird einfach in das Gerät gelegt. Als Vorlage braucht ihr eine Vektor- oder Pixelgrafik, die mit CorelDraw, Inkscape oder einer ähnlichen Software erstellt wurde. Der Lasercutter hat einen Druckertreiber und wird einfach am Computer angeschlossen.

Dazu gibt es eine spezielle und kostenlose Software namens VisiCut, die extra für Lasercutter entwickelt wurde. Die Downloads findet ihr alle in unserem Wiki.

Also als erstes mal Anleitung lesen...! Und dann gehts los.

Der Lasercutter war bereits zu Besuch bei:
1. machBAR
2. Fabulous St. Pauli
3. Stoffdeck

Zu Besuch in der machBAR Potsdam


In der machBAR in Potsdam war unser Wanderlaser im Oktober und November 2014. Hier wurde nicht nur ein Fotoapparat aus Holz gebaut sondern es wurden auch Modelle aus Styropor gelasert und dann in Alu gegossen!

Zu Besuch im FabLab Fabulous St. Pauli

Das FabLab St.Pauli hat den Lasercutter (bzw. das Vorgängermodell) bereits 3x ausgeliehen und einen Großteil der Dokumentation erstellt. Letzes Jahr organisierten sie das Projekt “Fábrica”, bei dem in zwei Containern als Workshops mithilfe des Lasercutters selber Mobiltelefone gebaut wurden.

Bereits auf der 1. Nachhaltigkeitsmesse goodgoods im Jahr 2011 präsentierte das FabLab in einem großen Bereich die Möglichkeit den Lasercutter auszuprobieren.

Im FabLab selber wurden Gehäuseteile, Spiele und vieles anderes gecuttet. Auch ein kaputter Fensterrahmen konnte damit ersetzt werden.

Zu Besuch im Stoffdeck, Hamburg-Wilhelmsburg


Zum Stoffdeck ist unser Lasercutter dann im Februar 2015 gewandert. Das Stoffdeck ist ein textiler Co­Working­Space und eine offene Werkstatt für Mode­ und Textildesigner in Hamburg­Wilhelmsburg. Praktisch war, dass der Cutter voher in St.Pauli stand und Axel vom FabLab ihn persönlich nach Wilhemsburg brachte – Einweisung inklusive.

"Wir waren so auf geregt - der Wanderlaser sollte tatsächlich Station im Stoffdeck machen! Normalerweise machen wir hier alles rund ums Nähen und Siebdrucken auf Stoffe. Wie man sich vorstellen kann wird die Werkstatt hauptsächlich von Frauen bevölkert. Und wir wollten nun unbedingt experimentieren, was man mit einem derartigen High­Tech-Maschinchen so mit Stoffen verwirklichen kann. Wir haben den Lasercutter ausgeliehen, damit wir hier unstört und unbeobachtet vor Ort damit rumprobieren können." berichtet Charlotte.

Im Stoffdeck sammelte man also viel Erfahrung mit verschiedenen Textilien und konnte dadurch auch die Dokumentation für diesen Bereich ergänzen.

Fazit

Wohl die wenigsten Werkstätten können sich einen eigenen Lasercutter leisten. Der Wanderlasercutter war eine wunderbare Möglichkeit, ihn auszuprobieren. Dadurch, dass keine großen handwerklichen Fähigkeiten notwendig sind, ermöglicht der Cutter eine absolut beeindruckende Kreativität und sehr schnell wirklich zufriedenstellende Ergebnisse.

Ein dickes DankeSchön an die Firma Hagemann für diese Aktion!

Wiki zum Lasercutter
http://www.offene-werkstaetten.org/wiki/index.php/Leih-Lasercutter#Dokumentation_2014.2F2015