MANU-artigianato e fortuna

09. Mai 2012 | von Monika Brugger
Neues
MANU - Verbund Offener Werkstätten

Erfahrungsbericht von Dieter Kucera: Ob Töpfern, Tischlern, Glasarbeiten, Filzen oder Metallarbeiten; alles kann man unter fachmännischer Anleitung erlernen. Die vielen Freiwilligen machen es möglich! Viele engagierte Frauen, aber auch einige Männer betreuen die Projekte. Ich habe mich für die Keramikarbeiten entschieden und freue mich jeden Mittwochmorgen auf unser Treffen; und es geht nicht nur mir so, auch alle anderen sind begeistert dabei. Wir haben inzwischen einen „harten Kern“, alles kreative Frauen; ich bin der einzige Mann, der sich absolut wohlfühlt im Kreise meiner Damen, aber das ist für mich nichts Ungewohntes, ich habe in meinem früheren Arbeitsleben auch nur mit Frauen zusammengearbeitet (beato fra le donne, glücklich unter Frauen) absolut empfehlenswert für jeden Chef oder Vorgesetzten.

Wie kam ich dazu: bei meiner Reha in Bad Lauterbach nach einer schweren Erkrankung (2 Monate Koma wegen einer Sepsis und 6 Monate Krankenhausaufenthalt, kam ich das erste Mal mit Keramik in Berührung; mich hat das Material gleich gefangen genommen, als ich- eher durch Zufall und durch einen Zeitungsbericht- von der Initiative MANU erfahren habe. Mir war MANU kein Begriff, ich wusste auch nicht, wo sich MANU befindet, nämlich in der Quireinerstraße hinter einer unscheinbaren Front, hinter einer Holztür, die eher ein Magazin vermuten lässt, und nicht eine Menge kreative Handwerksbetriebe, die von Fachleuten betreut werden. Diese geben ihr Wissen und Können Kindern, Frauen und allen, die Lust haben etwas Neues kennenzulernen weiter.

In der Keramikabteilung gibt die immer präsente Verena den Ton an, und an der Drehscheibe die Hildegard, die ihre Kenntnisse, die sie in Wien und London erworben hat, bereitwillig weitergibt. Für mich persönlich war es sehr wichtig, dass ich mich trotz meiner Invalidität (80%) einbringen konnte, nachdem ich so vieles nicht mehr ausüben kann. So habe ich meinen Führerschein zurückgegeben, ich kann nicht mehr Skifahren und so vieles andere mehr! Dafür mache ich jetzt Blumenvasen, die viele so erfreut haben, dass ich schon Aufträge erhalten habe. Ich hoffe, ich kann das alles machen, auch wenn mein Zustand sich verschlechtern sollte, und dass unser Kreis noch länger erhalten bleibt.

 

Solche Erfahrungsberichte sind immer der beste Beweis für ein gelungenes Konzept. MANU arbeitet seit nunmehr 10 Jahren mit solch zufriedenen Kunden in den Werkstätten: Tischlerei, Metall, Glas tiffany und fusing, Perlen drehen, Keramik, Encaustic, Schmuck, Filzen, Nähen Färben, Fimo, und verschiedene Kinderwerkstätten. Zusätzlich gibt es wie in anderen Werkstätten die Zusammenarbeit mit den Schulen, Gruppen,…
 Das Spezielle an MANU ist die Vereinbarung mit dem Sozialdienst von Bozen: alle dort Betreuten arbeiten im MANU gratis. Mit diesen Betreuten haben wir sehr positive Erfahrungen gemacht: die Freude bei der Arbeit, der Kontakt mit den anderen Nutzern, die Zufriedenheit mit dem Selbergemachten sind noch einmal um einige Stufen höher.

 

Seit November 2011 ist MANU eine Sozialgenossenschaft, der Verein ist aufgelöst worden. Die neue Form verspricht mehr Transparenz den Geldgebern gegenüber, weniger Verantwortung für die Verwaltungsorgane und kein Zwang zur Mitgliedschaft. (andere Gesetze in Italien!)

Das eingerichtete Haus im Sommer zu nutzen ist für MANU stets eine Herausforderung. Deshalb haben wir heuer ein spezielles Kursangebot zusammengestellt, dass es auch für Nutzer aus anderen offenen Werkstätten und Urlauber spannend sein könnte.

HIER das Programm (PDF) zum download

Wir freuen uns, im Verbund die Partnerwerkstatt aus Italien zu sein! Ganz lieben Gruß aus Bozen