Filamaker macht 3D-Druck grüner

Marek Senický hat ein Gerät entwickelt, das 3D-Drucken günstiger macht. Das ist aber nicht der einzige Vorteil seines Filamakers.

Verbund Offener Werkstätten - Filamaker

Immer noch ist 3D-Druck relativ kostenintensiv. Kein Prototyp kommt ohne trial and error aus, Experimentieren gehört dazu. So entsteht einiges an Ausschuss. Das macht das Drucken zu einer kostspieligen Angelegenheit, die nebenbei für eine Menge Plastikmüll sorgt.

Sogenannte Filament Extruder leisten Abhilfe: Das Filament ist ein schmelzfähiger Kunststoff- oder Kunstharz-Draht, der das Rohmaterial für den Druck darstellt. Mit einem Extruder kann man diese Ressource selbst herstellen: Er schmilzt Kunststoffpellets oder gehäckselten Haushaltsmüll ein und spuckt einen druckfähigen Polymerfaden aus.

Seit ca. eineinhalb Jahren sind verschiedene Modelle auf dem Markt. Zu einem der Vorreiter liegt auf der Fabber-Plattform thingiverse.com ein Bauplan bereit – der 83jährige (!) Erfinder Hugh Lyman hat die Anleitung für den von ihm entwickelten Lyman Filament Extruder II als Open Hardware zur Verfügung gestellt.

THINGIVERSE-Bauplan

Die meisten Extruder setzen an den hohen Kosten des 3D-Drucks an. Marek Senickýs Filamaker geht noch einen Schritt weiter: Durch einen eingebauten Shredder kann man mit dem Filamaker Plastikmüll in extrudertaugliche Teile zerkleinern und aus dem entstandenen Granulat wiederum Filament herstellen. Andere Extruder wie der Filabot sind zwar auch in der Lage, Haushaltsmüll zu recyceln, enthalten aber keinen leistungsfähigen Shredder. Der Filamaker erleichtert es, Fehldrucke, überholte Prototypen und anderen Plastikmüll wiederzuverwenden – und macht 3D-Drucken damit nicht nur günstiger, sondern auch ökoverträglicher.

Filamaker

Und die Ergebnisse scheinen zu überzeugen: In Tests (1, 2) hat sich der Filamaker in der Lage gezeigt, blasenfreie Drähte zu erzeugen. Über eine Crowdfunding-Kampagne möchte Marek Senický nun den Bau einer ersten Serie für den Verkauf ermöglichen.

Für den im Filamaker verbauten Minishredder gibt es hier eine Bauanleitung. Wer also bereits über einen Extruder verfügt, kann durch den Shredder weiter Kosten reduzieren und vor allem die Umwelt schonen.

Ich war mal eine PET-Flasche! Unter diesem Motto kann Haushaltsmüll wie Getränke- oder Shampoo-Verpackungen jetzt eine neue Bestimmung finden. Aber auch Fehldrucke und überholte Prototypen wandern nicht mehr einfach auf den Müll, sondern kommen im nächsten Versuch einfach wieder zum Einsatz.