Die Zukunft der Repair Cafés

16. Oktober 2014 | von Axel Ganz
Neues

Am 11. Okotber 2014 lud die in München ansässige Stiftungsgemeinschaft Anstifung & Ertomis Repair Cafés deutschlandweit zu einem eintägigem Vernetzungstreffen und Gedankenaustausch. In großzügiger Atmosphäre des Deutschen Museums diskutierten an die 100 VertreterInnen der inzwischen ca. 140 aktiven Repair Cafés in Deutschland neben Gründungsproblemen und Haftungsfragen vor allem auch um regionale Kooperationen und Öffentlichkeitsarbeit. Um es direkt vorweg zu nehmen: Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, und das obwohl obwohl sie mit der Nachricht eröffnete, dass die anstiftung als Stimme und Unterstützerin der deutschen Repair-Café-Szene in Zukunft nicht mehr mit der niederländischen Stichtig Repair Café zusammenarbeiten werde. Während die niederländische Stichtig als Gründerin der Repair Cafés weiterhin ihre Corporate Identity der RCs pflegt, möchte die Stiftungsgermeinschaft Anstiftung & Ertomis jede lokale Initiative unterstützen, auch dann, wenn diese ihre Veranstaltung beispielsweise “Reparatur-Keller” nennt.

In naher Zukunft wird nun auch mit Hilfe der Stiftungsgemeinschaft eine zentrale Kommunikations- und Austauschplattform für die deutschen Repair Cafés aufgebaut (www.repaircafe.info). Davon sollten nicht nur RC-Neugründungsinitiativen und regionale Kooperationen von RCs mit offenen Werkstätten sowie anderen Trägern profitieren, sondern vor allem auch alle Nutzer und Besucher von Repair Cafés, die auf der Suche nach dem nächsten Termin in ihrer Nähe sind.

Darüber hinaus wurde in München mit heißer Nadel ein Repair-Café-Manifest verfasst, dass nicht nur dem Selbstverständnis der Initiativen dienen möchte, sondern sich auch als gesellschaftspolitische Stellungnahme für bewußteren Konsum und gegen geplante Obsoleszenz versteht.

Am Ende gab es noch eine Podiumsdiskussion mit Andrea Baier (Anstiftung), Sepp Eisenriegler (R.U.S.Z. Wien), Prof. Dr. Wolfgang Heckl (Deutsches Museum), Mathias Huisken (ifixit.com), Dr. Christian Kreiß (Autor “Geplanter Verschleiß”) und Stefan Schridde (Initiator Verbraucherschutzportal MURKS? NEIN DANKE!).


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