#1 27.06.2011 11:40:04

Tom Hansing (Admin)
Administrator

Re: MANU trifft HEi

Ergebnisprotokoll Treffen Hei- Manu, Lisa Redler und Gesa Rebecchi, Reinhold Pitschl, Monika Brugger
München, am 12. Mai 2011, 13-15 Uhr, Hei Kaffee

Zur Vorgeschichte:
Im Manu ist durch den Rücktritt des langjährigen Vorsitzenden des Vereins eine lange Diskussion entstanden über:

1) Umwandlung der Rechtsform
2) Arbeitssicherheit

Zu 1) Sollten wir den kleineren Schritt zur Umwandlung in eine Rechtspersönlichkeit, oder den größeren zur Gründung einer Genossenschaft machen? Und welche Genossenschaft? Wir haben Vor- und Nachteile sorgfältig geprüft und wollten von Lisa noch einen Rat oder Vergleich.
Grundsätzlich ging es bei den Überlegungen um Fragen der Haftung, der Transparenz, der Sicherheit durch eine Beraterorganisation und den Wegfall der erzwungenen Mitgliedschaft, die bei uns für einen Verein vorgesehen ist. (darf nur an seine Mitglieder Dienstleistung anbieten)
Die Haftung ist sicher bei der Genossenschaft möglichst gering gehalten, vor allem bei finanziellen Belangen dem Vorstand gegenüber ist dieser gut abgedeckt. (Restrisiken sind immer dabei.)
Die Transparenz ist sicher größer, auch wenn in Südtirol auch sehr große Vereine einen großen Teil der Aktivitäten abdecken und überdurchschnittlich gut positioniert sind.
Für Genossenschaften gibt es Beratereinrichtungen, (für Steuerrecht, Arbeitsrecht, neue Gesetze oder Zahlungen,… die in Italien ziemlich oft wechseln) welche für einen Verein zumindest bei uns nicht vorgesehen sind und sich die Leitung selber informieren muss.
Im Verein MANU muss jeder Nutzer aus rechtlichen Gründen ( Leistung darf nur an Mitglieder angeboten werden) Mitglied sein, das ist eine erzwungene Mitgliedschaft, die zwar (aus diesem Grund) wenig kostet, aber aus Prinzip schwer einzufordern ist.
Der gesellschaftspolitische Gedanken der Genossenschaft gefällt uns sehr, bei einer Änderung sind aber der höhere Verwaltungsaufwand und die Bürokratie abzuschätzen, die das Ganze andererseits aber wieder transparenter machen… außerdem werden Genossenschaftsgründungen von der Politik stark gefördert und auch unterstützt.
Die Frage war dann noch: eine Sozialgenossenschaft vom Typ A (pädagogische, kulturelle soziosanitäre Projekte) oder eine Arbeitergenossenschaft?
Und es hat sich eine inhaltliche Diskussion ergeben: haben wir mehr Werkstätten zum Arbeiten, Weiterbilden,… oder ist unsere Tätigkeit das „Sozialkompetenzen entwickeln beim Tun“? Wir haben uns für die Sozialgenossenschaft entschieden.
Lisa hat gesagt, dass auch das hei sich diesen Schritt überlegt hat, sogar mehrere Male, und dass sie sich nicht dazu entscheiden konnten. Im Austausch haben wir festgestellt, dass das mit den Beratungen und die Mitgliedschaftsgründe wegfallen, außerdem ist das hei ein eingetragener Verein. Lisa hat uns auch vom Projekt hinterm Ostbahnhof erzählt, ich habe mich dort heute informiert, und gefragt, warum sie eine Sozialgenossenschaft geworden sind.
Zu 2) Für die Arbeitssicherheit gibt es neue Gesetze in Italien, wir mussten jetzt eine Beraterfirma anstellen, die uns die „papierenen Unterlagen“ erstellt: Risikoplan, Risikoschritte, Notfallplan, Gefahrentafeln, Konformitätserklärungen für die Gasanlagen, für elektrische Anlagen und Heizung, …. Arbeitsmediziner ernennen, Sicherheitshinweise an alle Gefahrengüter wie Lacke, Glasuren, Brennbare Materialien…. Nach dem Abschluss dieser Beratung muss ein hausinterner Facharbeiter ausgebildet und als Arbeitsrechtsberater nominiert werden. Bei uns im Haus gibt es unendlich viele Schilder, die wir im Hei nicht sehen mussten.

In unserer hausinternen Diskussion wurde auch ein Manko aufgezeigt, das vom Handwerklichen Geist spricht, aber auf Dauer nicht tragbar ist: es gibt kein Organigramm, keine Dienstbeschreibungen, Verträge für die MitarbeiterInnen, Kein Profil und keine Vision. Diese sind wir gewillt, jetzt nachzuholen und Schritt für Schritt daran zu arbeiten. Von Lisa haben wir dabei wertvolle Hilfen und Unterlagen erhalten, die wir durchsehen und daraus lernen werden.

Lisa hat uns auch von einem Neustart in Salzburg erzählt und den Erfahrungen, die sie dort gemacht hat. Ein paar willige Leute!! Ich habe mir ihre Seite angeschaut.
Ich finde es sehr schön, dass wir diese Erfahrung des Austausches machen konnten, und gerade die Unterlagen zeigen, dass wir trotz 10- jähriger Arbeit immer noch und wieder voneinander lernen und profitieren können.
Ich bedanke mich sehr herzlich bei Lisa
Und wünsch allen Netzwerklern und Innen ebenso produktiven Austausch
Monika Brugger

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