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Kaufen, benutzen, verbrauchen und dann?

Bildung für Nachhaltige Entwicklung!

Offene Werkstätten fordern dazu auf, sich mit dem Lebenszyklus von Alltagsgegenständen auseinanderzusetzen und unser Verständnis des Werts von Dingen in Frage zu stellen. Gut leben ohne gedankenlosen Konsum – diese Motivation treibt viele Werkstatt-Aktive an.

Die einzelnen Angebote unterscheiden sich stark, haben aber einen zentralen gemeinsamen Fokus: selbst aktiv und kreativ sein. Jenseits von Wegwerfwahn und Kaufrausch geht es darum, Gebrauchsgüter in Eigenarbeit herzustellen. Menschen können so handwerkliche Fertigkeiten erwerben, die früher zum Alltagswissen gehörten, und damit Unabhängigkeit von Konzernen und ihren Produkten (zurück-)erlangen.

Einige Werkstätten bieten Infrastruktur zur Selbsthilfe und ermöglichen damit den Erhalt von Gütern durch selbständige Reparatur oder Instandsetzung. Viele Einrichtungen beschäftigen sich mit Re- und Upcycling-Techniken, um eigene Ideen möglichst ressourcenschonend und kostengünstig umzusetzen. Sie entwickeln aktiv Strategien zur Weiterverwertung oder betreiben in Kooperation mit Schulen und Jugendeinrichtungen Projekte zur Umweltbildung. Auf vielfältige Weise erproben die verschiedenen Initiativen so faire, umwelt- und klimafreundliche Ansätze: Fahrrad-Werkstätten erleichtern CO2-neutrale Mobilität; in Repair Cafés retten Laien unterstützt von ehrenamtlichen Experten Elektrogeräte vor dem Schrottplatz. Und wer nicht mehr andere den Preis für seine günstige Kleidung zahlen lassen will, kann in Nähwerkstätten eigene Unikate entwerfen anstatt von der Stange zu kaufen.

Lernen, Dinge herzustellen, zu reparieren oder weiterzuverwenden ist eine Art der Bildung, die über die jeweilige Fertigkeit hinaus zu etwas besonderem befähigt: Sich selbst und andere als kompetent zu erleben und mit diesen Kompetenzen positive Veränderungen anzustoßen. In den Werkstätten kommen Menschen unterschiedlichen Alters, mit unterschiedlichen Kenntnissen und Interessen zusammen, um gemeinsam zu arbeiten. Sie teilen Wissen, Fähigkeiten, Räume und Materialien und unterstützen sich gegenseitig bei ihren Visionen und Ideen vom Selbermachen.

Das schließt Erwachsene genauso wie Kinder und Jugendliche ein und geschieht in vielen verschiedenen Formaten: als konkreter Kurs, im Team oder als freie Eigenarbeit, als offener, interdisziplinärer Workshop, bei Kaffee und Kuchen oder als Labor zum Frickeln und Tüfteln.

Selbermachen bringt eine neue Wertschätzung von Gegenständen mit sich. Das Gefühl der Wirksamkeit der eigenen Handlung schärft das Bewusstsein für die langfristigen ökologischen und sozialen Folgen globaler Produktionszusammenhänge und sensibilisiert für die Herkunft und Herstellungsbedingungen von Produkten und Rohstoffen. Wer eigene Ideen und Arbeit in die Gestaltung von Dingen steckt, möchte etwas möglichst dauerhaftes schaffen – der abstrakte Begriff der Nachhaltigkeit wird greifbar. Viele Werkstätten vermitteln in diesem Sinn nachhaltige Vorgehensweisen und Konzepte. Als Verbund unterstützen wir die einzelnen Initiativen dabei, diese Erfahrungen und Lernprozesse möglichst vielen Menschen zuteilwerden zu lassen.

Dieser Anspruch steht in Einklang mit dem Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung – dafür sind wir als ein Projekt der UN-Dekade ausgezeichnet worden.

Weitere Informationen zur Auszeichnung und dem Programm der UN-Dekade auf der Portal-Seite:

http://www.bne-portal.de/