MetaDresden - Fablab auf Tour

Aus der Not entstehen oft die besten Ideen. So jüngst in Dresden, wo das metafab in mehreren Stationen durch die Stadt zieht und neue Räume in bestehenden Einrichtungen eröffnet.

Die Geschichte des metafab zeigt, was alles möglich ist, wenn sich ProjektemacherInnen nicht von finanziellen oder strukturellen Hürden aufhalten lassen. Sie beginnt im Frühling 2012. Gefördert von der anstiftung reist der Wander-Lasercutter in diesem Jahr quer durch die Republik und macht im April in Dresden Halt. Und da geschieht es: Die Werk.Stadt-Macher infizieren sich mit dem FabLab-Fieber. Ein eigener Lasercutter muss her, nicht irgendeiner, sondern ein selbst gebauter. Über startnext akquirieren die Dresdner Geld zur Umsetzung. Um die verschiedenen Baumöglichkeiten kennenzulernen, unternehmen sie eine Laserbau-Klassenfahrt zur Dingfabrik nach Köln und zum Fablab St. Pauli, die bereits ähnliche Objekte erfolgreich realisiert haben. Auf Basis der gesammelten Eindrücke entscheidet sich das Team schließlich für den Bau eines Lasersaurs, ähnlich dem Kölner Modell. Der Beginn dieses Vorhabens markiert die Geburtsstunde des FabLab Dresden.

Zunächst bleibt das Projekt im Werk.Stadt.Laden beheimatet. Allerdings eröffnet Fabbing eine diy-Welt, die über klassisches Handwerk hinausgeht und neue Nutzergruppen anlockt. Schnell zeigt sich, dass das Projekt die Kapazitäten des Vereins sprengt und eigene Räume benötigt. Nun befindet sich der Werk.Stadt.Laden aber in Dresden, und dort (Stichwort: Werkstatt-Piraten/Elbtal) werden die Flächen für ProjektemacherInnen immer knapper und teurer. Statt wie nach der Nadel im Heuhaufen nach einem geeigneten Platz für das FabLab zu suchen, wählen die Initiatoren einen ganz anderen Weg: Durch kreative Nutzung bestehender Institutionen wollen sie mit dem metafab offene Räume schaffen – und ganz nebenbei auf die Raumnot für Projekte aufmerksam machen. Denn an öffentlichen Orten mangelt es in Dresden nicht. Metafab schöpft aus einer bereits existierenden Infrastruktur, deutet sie um und verknüpft sie zu einem Netz an Aktionsplätzen, die für jede/n zugänglich sind.

Das Konzept metafab ist so einfach wie bestechend: Jeweils für einige Wochen gastiert das mobile FabLab an verschiedenen Orten der Stadt. In Zusammenarbeit mit den eingebundenen Partnern entsteht ein wechselndes Programm. Neben Basis-Workshops finden auch open lab-Tage statt, an denen Interessierte ohne Voranmeldung den Lasercutter und die weiteren Maschinen ausprobieren können.

Seine Präsenz im öffentlichen Raum nutzt das metafab, um für die Ideen von open source und open knowledge zu werben. Den Auftakt machte die Universitätsbibliothek SLUB. Ein schöner Ort, um Fragen nach dem Zugang, der Verbreitung und Gewinnung von Wissen anzustoßen. Nicht nur dort, sondern auch an allen anderen Stationen dokumentieren die metafabber die unternommenen Aktionen und teilen sie zum Aufbau einer Wissensallmende auf der Webseite. Auf diesem Weg wollen sie eine offene Sammlung möglichst vieler Workpieces zusammentragen. Maker können die Ausstattung kostenfrei nutzen, wenn sie bereit sind, die entstandenen Baupläne und Betriebssysteme zu veröffentlichen und zum uneingeschränkten Kopieren, Verbreiten und Verändern freizugeben. Vorgaben gibt es keine: Von Hard- über Software bis zu Schriftstücken kann das Werkstück unterschiedlichste Form annehmen.

Im Juli geht es auf zur nächsten Station, dem Wächterhaus, mehr dazu erfährt man auf der Projektseite. Ganz im Sinne der eigenen Entstehungsgeschichte wollen die metafabber Ihre Erfahrungen weitergeben und die Gerätschaften des FabLab gerne mit Makerspaces aus anderen Städten und Regionen teilen – Reisekosten werden übernommen. Die Dresdner freuen sich auf regen Austausch und laden ein:

METAFAB unterstützt Eure Projekte, wenn Ihr sie offen macht! Hast du eine Idee und bist Maker genug sie umzusetzen? Dann melde dich und werde Maker in Residence: http://metafab.org/input/piece.html"